Eine störungsfreie Förderung und effiziente Verbrennung von Pellets ist nur gegeben, wenn der Brennstoff optimale Qualität aufweist. Holzpellets sollten neben niedrigen Fremdbestandanteilen, geringen Fein- bzw. Staubanteilen und guten Abriebeigenschaften vor allem eine hohe Dichte aufweisen. Die Dichte beeinflusst im Wesentlichen die Brenneigenschaften von Pellets. Je dichter und kompakter das Holz zu Pellets gepresst wurde, desto höher ist ihr Heizwert.
Äußerliche Merkmale verschaffen einen ersten Eindruck von der Qualität der Pelletware. Wichtige physikalische und chemische Eigenschaften jedoch werden nur von Normen- und Gütesiegeln erfasst.
Die gelieferten Holzpellets sollten folgende Merkmale aufweisen:
- glatte, glänzende Oberfläche
- wenige Längs- bzw. Querrisse
- geringer Staubanteil
- gleichmäßige Stückgröße

Sind diese Eigenschaften vorhanden, wurden die Pellets ohne Zuführung von Fremd- oder Zusatzmitteln unter hoher Temperatur in einer optimal gesteuerten Pelletiermachine hergestellt. Nur unter diesen Bedingungen kann das im Holz enthaltene Lignin ausreichend erhitzt und verflüssigt werden, um sich nach dem Pressen zu einem neuen Holzkörper, in Form eines Pellets, zu verbinden. Dadurch erhalten die Holzpellets ihre hohe Festigkeit.
Die Festigkeit von Holzpellets ist das wichtigste Qualitätsmerkmal. Je geringer der Abrieb, also je dichter die Pellets gepresst sind, desto weniger Staub entsteht beim Transport, Einblasen und bei der Lagerung. Die Festigkeit ist zudem ein entscheidendes Kriterium der sauberen und effektiven Verbrennung.
Physikalisch wird die Festigkeit durch den Abriebswert ausgedrückt. In einem sogenannten „Lignotester“ wird der Abrieb durch eine definierte Belastung der Pellets (70 mbar Luftstrom, 60 sek.) ermittelt. Der zerfallene Anteil, prozentual zur eingesetzten Menge ergibt den Abriebswert.
Um eine störungsfreie Verbrennung von Holzpelletsheizungen zu ermöglichen wurden die Qualitätseigenschaften in festgesetzte Normgrößen eingestuft. Nachstehende Güte-Normen mit unterschiedlichen Definitionen haben sich in Deutschland entwickelt:
- DIN – Norm 51731
- Ö – Norm 7135
- DIN – Plus
- Ö – Norm 7136 (Transport)
DIN - Norm 51731
Diese Norm enthält die geringsten Anforderungen an Qualitätseigenschaften der Holzpellets. Vorteilhaft gegenüber DIN – Plus und Ö – Norm 7135 ist die Verarbeitung ausschließlich naturbelassenen Holzes ohne Beimischung von Bindemitteln (Presshilfsmittel). Die DIN 51731 unterliegt jedoch keiner Fremdkontrolle durch ein akkreditiertes Prüfinstitut. Dadurch sind die Anforderungen nicht eindeutig belegbar.
Ö – Norm 7135
Diese österreichische Norm regelt die Qualität restriktiver. Im Gegensatz zur DIN 51731 ist der Abrieb genau definiert. Die Eigenschaften der Rohdichte, Wassergehalt, Aschegehalt und Heizwert sind in der Ö – Norm 7135 strenger bemessen. Darüber hinaus wird die Herstellung der Holzpellets nach dieser Norm durch eine unabhängige Prüfanstalt regelmäßig kontrolliert. Diese Fremdüberwachung garantiert dem Endverbraucher eine gleichbleibende Pelletsqualität. Eine Zugabe von chemisch – synthetischen Bindemitteln ist bei der Herstellung von Pellets nicht erlaubt, jedoch können bei der Ö – Norm 7135 bis zu 2 % Kartoffel- oder Maisstärke als Presshilfsmittel beigemischt werden.
DIN – Plus
Dieses Zertifizierungsprogramm wurde in Deutschland Anfang 2002 eingeführt und verbindet die Anforderungen der DIN – Norm 51731 und der Ö – Norm 7135. Es wurde das jeweils strengere Kriterium in den Festlegungen der DIN – Plus aufgenommen. Damit weisen Holzpellets dieser Gütenorm die besten Qualitätseigenschaften auf.
Ö – Norm 7136 (Transport)
Die Kriterien der DIN – Norm 51731, Ö – Norm 7135 und der DIN – Plus beziehen sich nur auf die Herstellung der Pellets bis zur Verpackung im Werk. Nachträgliche Schädigungen durch Transport und Lagerung werden mit diesen Normen nicht abgedeckt. Dies ist jedoch ein entscheidendes Kriterium. Die Ö – Norm 7136 garantiert, dass die qualitativ hochwertigen Holzpellets fachgerecht beim Endverbraucher ankommen. Sie enthält Anforderungen an Zwischenlager, Transportfahrzeuge und Zustellpersonal. Ziel ist es während des gesamten Transportes professionell mit der Ware umzugehen. Dabei wird auf geschultes Fachpersonal, geeichte LKW-Wiegesysteme, Sortenreinheit und dem Schutz der Pellets vor Nässe geachtet.
Folgen schlechter Pelletsqualität
Beim Kauf von Pellets geringer Qualität, mit hohen Staubanteilen, falschen Längen und hohem Abrieb können Funktionsstörungen der Heizungsanlage, vor allem an den Fördereinrichtungen auftreten. Feine Staubreste bleiben im Lagerraum und verhindern eine völlige Entleerung. Darüber hinaus kommt es zu einer schlechten Verbrennung der Pellets. Die Folge ist ein geringerer Wirkungsgrad und somit steigende Kosten durch erhöhten Verbrauch. Verunreinigungen, wie chemisch – synthetische Bindemittel, Kunststoffe oder Lackreste führen zur Verschlackung des Kessels und verkürzen die Lebensdauer der Pelletheizung. Die austretenden Emissionen belasten zudem unnötig die Umwelt.
